heartofhelen ritual

Loslassen.

Passend zum Herbst, doch in Wahrheit ein zeitloses Mini-Ritual, das du überall und das ganze Jahr über praktizieren kannst.

Loslassen und Lösen braucht seine Zeit und ist nichts, was innerhalb von wenigen Minuten passiert oder übereilt werden sollte, sondern ganz im Gegenteil viel Hinschauen, Mitgefühl und Geduld von uns verlangt.

Manchmal kommt die Veränderung mit einem zarten, weichen Flüstern zu uns und manchmal rennt sie und beinhart die Tür, die wir ja so schön verschlossen hielten, ein und schreit und direkt ins Gesicht. In jedem Fall: du spürst sie. Du weißt, wann es Zeit ist hinzusehen und vielleicht etwas Altes gehen zu lassen, weil etwas Neues, was gerade auch deshalb Angst macht, weil es neu ist, reingelassen werden möchte.

Solltest du gerade diesen kleinen oder auch großen Drang der Veränderung spüren, dann hab ich ein zeitloses Mini-Ritual für dich, das dir vielleicht hilft, sanft einen neuen Raum zu öffnen. Ich sehe das wie einen kleinen Frühjahrsputz. Der nicht zwingend im Frühjahr sein muss, sondern der jeden Monat stattfinden kann, zu jeder Jahreszeit und in jeder Lebenssituation.

Veränderung ist normal, gehört zu uns und ist etwas ganz Natürliches. So wie sie uns im Außen schon anhand der Jahreszeiten oder der Natur vorgelebt wird, sollten wir immer wieder innehalten und sie annehmen. Angst wird dabei vielleicht aufkommen und dein Begleiter sein, aber genauso wird dich die Zuversicht begleiten und deine Unterstützung sein. Und wenn du dem Vertrauen die Stimme gibst, gleichzeitig die Angst aber nicht wegschiebst, sondern ihr Freund wirst, kann Großartiges entstehen. Ich mache dieses Ritual zum Beispiel gerne jeden Monat zu Vollmond oder am letzten Tag des Monats. Warum? Einfach weil es ein Datum ist, das ich nicht vorbestimmen muss, sondern von der Natur oder vom Außen vorgegeben wird und ich mich dadurch freier und verbundener fühle.

ÜBUNG – REFLEKTIONSFRAGEN

Nimm dir Stift und Papier, setz dich an einen ruhigen Ort, atme tief durch, schließe kurz deine Augen und spür für einen Moment in dich rein. Und dann, wenn du soweit bist, beantworte die folgenden Fragen ohne viel darüber nachzudenken, ganz aus deinem Herzen – es gibt kein richtig und kein falsch:

  • Was möchtest du konkret loslassen? (Maximum 3 Worte)
  • Angenommen, das was du eben beschrieben hast, wäre dir nie begegnet/ nie passiert, du wüsstest also nicht wie es sich anfühlt. Wie oder wer wärst du?
  • Angenommen, das, was du eben beschrieben hast, wäre schon längst weg, losgelassen und nicht mehr in deinem Leben, wie würdest du dich fühlen oder wer wärst du?
  • Was kannst du diesbezüglich jetzt schon loslassen, weil es dir eigentlich nicht mehr nützlich ist?

  • Was kannst du stattdessen hineinlassen, um dich selbst jetzt und auch in Zukunft zu unterstützen?

Und dann lass deine Antworten einfach sein, was sie sind, ohne sie zu beurteilen oder große Pläne daraus zu schmieden. Nimm sie einfach an und lass sie einfach nur Worte auf Papier oder Gefühle sein (falls sie dies schon sind). 



ÜBUNG:

  • Nimm einen Gegenstand. Ich nehme gerne Gegenstände von der Natur, einen Stein, ein Blatt eines Baums, ein Blatt Papier, ein Holzstück, was auch immer dich anspricht und halte ihn in deiner Hand. Stell dir vor, du gibst diesem Gegenstand das, was du loslassen möchtest. Schalte deine Imagination ein, du kannst gerne auch dazu meditieren, spazierengehen oder einfach mit offenen Augen sitzen, was immer sich gut anfühlt für dich. 

  • Stell dir mit all deiner Kraft vor, du gibst z.B. diesem Stück Holz deine Angst in Bezug auf ein gewisses Thema. Spür rein in dich und deinen Körper, wie z.B. deine Schultern leichter werden. Du kannst auch gerne etwas auf zB das Holz schreiben oder den Gegenstand markieren. Nimm dir Zeit für diesen Prozess, das kann 5 Minuten dauern, aber genauso eine Woche. Es ist nicht wichtig, wie lange du diesen Gegenstand bei dir behältst, wichtig ist nur, dass du das Gefühl hast, all das, was du “Loslassen” möchtest, an den Gegenstand abgegeben zu haben.

  • Wenn du spürst, es ist Zeit ihn loszulassen, bringe ihn an einen Ort, am besten in der Natur, wo du ihn gehen lassen kannst. Vielleicht willst du ihn in Ruhe z.B. auf einem Feld ablegen, vielleicht willst du ihn in ein Gewässer fallen lassen, damit er weg getrieben wird. Vielleicht willst du ihn aber z.B. auch in einen Wald schießen. Deiner Fantasien sind keine Grenzen gesetzt. 

  • Was immer sich gut anfühlt und intuitiv zu dir kommt, ist richtig für dich und deine individuelle Situation. Pass nur auf, dass du der Natur nur das zurückgibst, was sie auch abbauen kann oder von ihr kommt. Wirf z.B. bitte kein Plastik in einen Fluss hinein.

Und danach spür gerne noch einmal in dich hinein und lass die folgenden Fragen wirken: 

– Wie fühlst du dich jetzt, nachdem du losgelassen hast?

– Konnte ein neues Gefühl durch das Loslassen entstehen, wenn ja welches?

Ich nehme mir danach noch gerne etwas Zeit für mich selbst, um hineinzuhören, was dieses Loslassen soeben in mir freigesetzt hat, oder lasse die Stille danach noch etwas wirken.

Wiederhole diesen Prozess, wann immer du möchtest, auch gerne mehrmals, wenn du dich gerade in einer schwierigen Lebenssituation oder “Übergangsphase” in deinem Leben befindest. Und denk daran: es gibt kein richtig und kein falsch, nur deine individuelle Wahrheit.